«Egal, ich will ja dich – nicht die Agentur.» / Akt 1

Ein Satz hat keck.ch vor zehn Jahren in Gang gebracht. «Egal, ich will ja dich – nicht die Agentur.» Worte einer Frau, die sich entschied, auf eine Person zu setzen – nicht auf eine Agentur.

Marlies Keck 5 Min. Lesezeit

«Egal, ich will ja dich – nicht die Agentur.»

Kurze Pause.

Ich war mitten in der Gründung meiner GmbH. Keine Website. Keine Visitenkarte. Noch nicht mal einen richtigen Bürostuhl, der diesen Namen verdient hätte. Und dann rief Ursula Stalder an.

Sie hatte kurz zuvor noch meine Masterarbeit an der HSLU betreut. Jetzt fragte sie mich, ob ich Lust hätte, gemeinsam mit ihr und Andreas Lorenz von Achtgrad bei einem Pitch teilzunehmen – für den Verein Schweizer Brot. Als Content-Produzentin im Team.

Ich sagte ihr, dass ich gerade dabei sei, mich selbständig zu machen. Kein Agenturnetzwerk. Allein, sozusagen.

Sie hätte gut sagen können: «Oh, dann ist das wohl der falsche Moment.» Oder: «Wäre eine Agentur im Hintergrund nicht sicherer?»

Stattdessen kam dieser Satz:

«Egal, ich will ja dich – nicht die Agentur.»

keck.ch hätte ich so oder so gegründet. Aber dieser Satz – und der Pitch, den wir danach gewannen – machte aus einem zaghaften Anfang einen Start nach Mass.

Ein Trio, ein Pitch – und eine Überraschung

Wir waren ein starkes Trio: Ursula, der strategische Kopf. Andreas, der kreative Designer und IT-Profi. Und ich, die umsetzungsstarke Content-Produzentin. Das Thema «Brot» hat mich sofort gepackt – sinnlich, emotional, voller Geschichten. Ein Thema, bei dem Herkunft, Handwerk und Herzblut keine Floskeln sind – sondern täglich gelebte Realität. Beim Getreidebauer auf dem Traktor. Beim Müller mit seinem Korn. Beim Bäcker mit seinem Sortiment. Und bei den Menschen, die genüsslich ins Brot beissen.

Und dann haben wir den Pitch gewonnen.

Ehrlich gesagt: Wir waren überrascht.

Mit dem ersten echten Auftrag in der Tasche baute ich parallel die GmbH fertig auf. Glück oder Schicksal. Wohl beides gleichzeitig.

Tatsächlich gehört Schweizer Brot heute noch zu meinen liebsten Kunden. Und Martina Pieren, meine Ansprechpartnerin seit dem ersten Tag, ist ebenfalls immer noch dabei.

Zehn Jahre Kundenbeziehung. Keine Selbstverständlichkeit – und vielleicht das schönste Zeugnis, das es gibt.

In dieser Zeit habe ich mir ein fundiertes Wissen über die gesamte Wertschöpfungskette aufgebaut. Ich verstehe, was Getreideanbau bedeutet, wie Sammelstellen funktionieren, was in Mühlen und Bäckereien passiert – und was am Ende als «Schweizer Brot» auf dem Tisch landet. Ich kenne die Geschichten hinter den Geschichten. Und ich weiss, welche wir schon erzählt haben – und welche noch darauf warten. Ich freue mich darauf.

→ Akt 1 aus «10 Jahre keck.ch – In zehn Akten». Jede Woche erscheint ein neuer Beitrag. Nächste Woche: Akt 2 – Was lange wärt.